Mittwoch, 24. Mai 2017

Ab ins Ausland

Drei Wochen haben wir benötigt, um uns durch Deutschland zu wurschteln. Wir hatten nicht erwartet, so lange zu brauchen, aber auf dem Weg gab es doch zu vieles zu entdecken. Und so vieles haben links liegen lassen und für den Rückweg eingeplant. Am Ende haben wir für das Ausland gar keine Zeit mehr.

Nun haben wir es aber doch geschafft. Am 20.05. übertraten (überfuhren) wir die Landesgrenze Richtung Luxemburg. Unser Wissensstand über dieses kleine Land war mehr als dürftig. Es ist klein, es liegt neben Deutschland irgendwo unter Belgien, es verliert beim Fußball immer hoch, es hat mit der EU zu tun. Das war es größtenteils. Ein Quick-Check bei Wikipedia ergab noch, dass es sich um das letzte Großherzogtum der Welt handelt (was auch immer das bedeutet – Politikwissenschaftler bitte vortreten), dass es früher zum Deutschen Bund (Vorläufer des Deutschen Reiches) gehörte, dass es danach lieber selbstständig wurde, anstatt an die Franzosen verkauft zu werden sowie dass es im Nordosten mit der „Luxemburgischen Schweiz“ eine ganz schöne Landschaft gibt.



Unsere Kraftfahrerin

So kann man doch übernachten



Und so steuerten wir nach dem Grenzübertritt auch diese Region als erstes an. Zumal sich dort auch das Schloss Beaufort befand. Dieses wurde gegen 1150 errichtet und ist damit fast ein Jahrhundert älter als Berlin. Im 19. Jahrhundert ging es aber mit dem Schloss abwärts, sodass es heute nur noch eine Ruine, wenn auch gut erhalten, ist. Und in dieser Ruine lässt es sich ganz prima herumtoben; Henri amüsierte sich zumindest prächtig beim Erforschen von verwinkelten Gängen und Kammern sowie beim Besteigen der supersteilen Wendeltreppe zum Burgturm (sehr zum Leidwesen von Anne).



Chateau Beaufort

Henri musste im Kerker bleiben


Aber auch optisch weiß die Luxemburgische Schweiz zu gefallen: Die Straßen schlängeln sich über grüne Hügel, auf denen Kühe grasen. Der Verkehr ist relativ entspannt. Kleine Bäche graben sich entlang an steilen Felsen voller Moos und Wald. Irgendwie ein bisschen wie die Nordinsel von Neuseeland. Und mittendrin liegt das Müllerthal mit dem „Schiessentümpel“: Ein kleiner Wasserfall, wo wir mal wieder ein bisschen mit der Kamera und deren Belichtungseffekt spielen konnten. Schön, schön, schön.



Die Luxemburgische Schweiz


Der Schiessentümpel


Die Stadt Luxemburg ließen wir links liegen, weil das mit dem großen Wohnmobil nicht so viel Spaß macht. Aber dafür machten wir noch einmal Halt an einem geschichtlich besonderen Ort, nämlich Schengen. Dem dort unterzeichneten und dementsprechend nach dem Ort benannten Abkommen ist es zu verdanken, dass wir heute innerhalb Europas größtenteils ohne Grenzkontrollen reisen können. Um zu unterstreichen, was für ein Kontrast dieser Zustand zur früheren Zeit bildet, wurden auch zwei Restteile der Berliner Mauer dort aufgestellt. Ich will hier nicht großartig politisch werden, aber es sind solche Errungenschaften, die mich persönlich immer an die EU glauben lassen anstatt irgendwelchen rückwärtsgewandten Nationalisten nachzurennen, die sich lieber in ihrem eigenen Land einigeln wollen.



Europaplatz in Schengen

Unser Schloss am Europadenkmal


Und da der Grenzübergang so einfach klappt, waren wir auch schwuppdiwupp schon in Frankreich. Und hier trafen wir wieder einmal auf die Mosel (bzw. Moselle, wie sie hier heißt), welche sich wie ein roter Faden durch unsere letzten beiden Reisewochen zu ziehen scheint (sie bildet ja auch den Grenzfluss zwischen Luxemburg und Deutschland). An jener haben wir erneut unser Lager aufgeschlagen in dem Ort Pont-á-Mousson in der Region Lorraine bzw. auf deutsch: Lothringen. Der Ort sieht zumindest in seiner Altstadt schon sehr klischeemäßig nach Frankreich aus bzw. nach dem Frankreich, was immer als Kulisse für Filme aus dem 2. Weltkrieg genutzt wird (die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass Tom Hanks und Matt Damon in Uniform um die Ecke gelaufen kommen)... man muss allerdings die Baustelle und das Beachvolleyballfeld auf dem Marktplatz ausklammern. :-)



Pont-à.Mousson


Jedenfalls gefiel es uns so gut, dass wir einen Ruhetag einlegten und heute einfach mal die Beine baumeln lassen. Vor uns befindet sich der Jachthafen (eigentlich fies, den Reichtum der anderen anglotzen zu müssen, aber schön sieht es trotzdem aus), über uns scheint die Sonne, das Brot von der Bäckerei schmeckt ganz manifique und überhaupt soll man sich nicht stressen.

Insofern: Habt euch lieb und überlasst den anderen das Aufregen.

Peace, eure Blumenkinder.




PS: Eine kleine Anekdote haben wir dann doch noch. Mal wieder sind wir auf eine japanische/chinesische (?) Reisegruppe getroffen. Solche Begegnungen haben immer einen amüsanten Anstrich, weil ja Asiaten (jaja, ist zu pauschal, aber ihr wisst, was ich meine) alles und jeden fotografieren und bestaunen müssen. Ganz besonders ein kleiner weißer Dreikäsehoch, der an ihnen vorbeiläuft, erregt schnell das Interesse. Und da Asiaten in Bezug auf sowas auch eine etwas andere (bzw. keine) Zurückhaltung haben, mussten sie den Kleinen erst einmal in Beschlag nehmen. D.h. sie nahmen ihn ungefragt fürs Foto auf den Arm. Naja, wir sind das ja zum Glück für die Reisegruppe schon von unserer ersten Tour gewohnt. Wahrscheinlich hängt Henri irgendwo im Ostasiatischen Raum als Model für Babyzeugs herum und wir wissen gar nix davon.

Montag, 22. Mai 2017

Die Mosel

Mönsch Kinders, ist es jetzt doch schon wieder so lange her, seit unserer letzten Meldung? Und ihr sitzt zuhause vorm Rechner (oder eher auf Arbeit – gebt es zu) und knabbert an der Maus vor Aufregung? Sorry, aber bei uns verging die Zeit wie im Fluge. Es liegen tolle Tage hinter uns. Außerdem hat sich das Wetter gebessert, sodass wir endlich abends wieder draußen sitzen können. Da denkt man nicht immer an den Laptop.

Der „Kurzbesuch“ bei unseren Freunden in Mainz wurde zu einem viertägigen Aufenthalt. Das war ganz gut so, damit wir unsere Rotznase Klara wieder einigermaßen gesund bekommen konnten. Außerdem wurde uns Dank Larri und Sandra sowie „Kurzi“ (Larris Mama Andrea) und Paul (Larris Bruder) nie langweilig. Wir konnten sogar ein bisschen Sightseeing in Mainz betreiben, beschränkten uns dabei aber vor allem auf das Programm für junge Familien: Besuch des Volksparks mit riesigem Kinderspielplatz sowie Parkeisenbahn und Eisessen am Rhein. War aber auch schön. Als kulturelles Rahmenprogramm gab es dann am Abend „Germanys Next Topmodel“... naja, was tut man nicht alles für die Gastgeberinnen. ;-) Aber im Ernst: Vielen lieben Dank an Larri und Sandra, dass sie sich von uns Vieren überfallen ließen. Und als Reiseziel ist Mainz schon zu empfehlen, da kann man echt nicht meckern.


Der weitere Weg führte uns den Rhein hinab bis zum berühmten Loreley-Felsen. Durch diesen Felsen hat sich im Laufe der Jahrtausende der Fluss geschnitten und das Resultat ist der heutige kurvige Verlauf in diesem Abschnitt (bzw. generell in der Mittelrheinregion) mit vielen Untiefen und Verengungen. Früher sind daher reihenweise Boote an der Loreley versunken, aber heute ist das nach mehreren Flusskorrekturen kein Problem mehr. Entsprechend hoch ist der Güterschiffsverkehr auf dem Rhein, wo fast im Minutentakt ein Schiff vorbeikommt. Dazu kommt noch der Bahn- und Straßenverkehr auf beiden Ufern. Es ist hier also eine Menge los. Und trotzdem kann die Aussicht dafür entschädigen, denn die Natur sowie die hübschen alten Gebäude von St. Goar (auf der Westseite in Rheinland-Pfalz) bzw. St. Goarshausen (auf der Ostseite in Hessen) wissen zu imponieren.

Loreley

St. Goarshausen

Wer nun aber denkt, schöner geht es nicht mehr, der hat noch nicht die Mosel besucht. Aber halt; vorher haben wir noch einen Tipp für Schwindelfreie: Die Überquerung der (inzwischen nur noch) zweitlängsten Hängeseilbrücke Deutschlands. Die Geierlay spannt sich 360m in einer Höhe von 100m über den Mörsdorfer Bachtal. Da kann einem schon mulmig werden. (Probiert es mal aus. Inzwischen haben wir erfahren, dass die längste Hängeseilbrücke der Welt im Harz eröffnet wurde. Hört sich an, als mussten wir da noch einmal vorbei. Ob Anne da mitmacht, ist allerdings fraglich. Sie hat eine Aversion gegen Höhen entwickelt.) Außerdem feierten wir hier ein weiteres Highlight in Henris Entwicklung. Nachdem wir die Brücke überquert hatten, sagte dieser „Ich muss kacken!“* - was also tun? Fluchs das nächste Waldstück aufgesucht, Hose runter und Jungen abgehalten. Das wollte er aber nicht. Also gut, wir erklärten ihm, wie er sich hinzuhocken habe und prompt kackte unser Sohn in den Wald! Tolle Sache!


Nun aber zur Mosel. Kurz vor Cochem stießen wir auf diese und folgten dem Flusslauf hinauf. Und es ist wirklich ein wunderschöner Flecken Erde hier. Ein ekelhaft schöner Fluss schlängelt sich ekelhaft gemächlich vorbei an ekelhaft schönen Weinhängen, die ekelhaft leckeren Wein produzieren, weil hier ja ekelhaft oft die Sonne scheint. Vorbei an ekelhaft alten Burgen aus Zeiten des Mittelalters oder gar der Römer, die in ekelhaft schmucken alten Städtchen stehen. Und natürlich sind die Menschen hier alle ekelhaft wohlhabend. Ekelhaft!

Typisches Moselpanorama

Leider konnten wir vieles gar nicht so genau erkunden. Zum einen weil wir ja mit den Kiddies und ihren Schlafrhythmen nicht immer so flexibel sind. Aber zum anderen sind die Tourismus-Leute da selbst Schuld, wenn sie die Hinweisschilder zu irgendwelchen römischen Kastellen/mittelalterlichen Burgen usw. super klein und erst direkt bei der Abfahrt von der Hauptstraße anbringen. Mit so einem Wohnmobil kann man nun mal nicht spontan von 90 auf 20 runter bremsen, ohne nachher aufräumen zu müssen (bzw. die Beulen von den Kindern zu verarzten).

Trotzdem haben wir schöne Eindrücke von der Region sammeln können. In Bernkastel-Kues haben wir die Burgruine Landshut besucht und eine kleine Dampferfahrt auf dem Fluss gemacht. Auch Trier lernten wir etwas näher kennen, was aber mehr daran lag, dass wir in der Innenstadt einen Arzt sowie mehrere Apotheken besucht haben (keine Sorge: es geht uns soweit gut). So konnten wir die schöne Innenstadt gar nicht richtig begutachten. Aber immerhin kamen wir am Geburtshaus von Karl Marx vorbei.

Wir vor der Burg Landshut (leider mit Baukran - aber als Berliner kennt man dit ja)

Bernkastel von oben
Bevor wir endgültig den Grenzübertritt nach Luxemburg wagten, machten wir noch einen kurzen Schlenker entlang der Saar, welche bei Konz in die Mosel mündet. Eher zufällig stießen wir auf das Städtchen Saarburg, wo wir übernachteten. Diese verfügt über die inzwischen standardmäßig vorhandene Burg, eine hübsche alte Kirche, schöne Gässchen, einen kleinen Wasserfall und eine Seilbahn. Und nachts, wenn es windstill ist und der Fluss völlig zur Ruhe kommt, kann man atemberaubende Schnappschüsse vom Stadtpanorama machen.

Wasserfall in Saarburg

Saarburg bei Nacht

Unser eigentliches Ziel war die Saarschleife bei Mettlach. Der Ausguck Cloef ist ziemlich bekannt und wurde auch von einigen Politikern (z.B. der Bundes-Mutti oder dem selbsternannten „GröFaZ“) für öffentlichkeitswirksame Auftritte genutzt. Umso erstaunlicher ist es, dass es wieder nicht geschafft wurde, diesen korrekt auszuschildern. Aber wir sind ja geduldig. Leider spielte das Wetter nicht so mit und wir hatten teilweise kräftigen Regen, der erst pünktlich stoppte, als wir wieder im Auto saßen. Naja, auch so ist der/die/das Cloef einen Besuch wert.

Saarschleife

Und damit endet unser Bericht fürs Erste, obwohl es noch eine Menge zu berichten gäbe. Wir haben in der Zwischenzeit den Sprung über die Grenze nach Luxemburg geschafft, dieses ein wenig näher betrachtet und für gut befunden. Nun sind wir in Frankreich angekommen. Aber davon dann beim nächsten Reisebericht mehr.

Klannrian.

*Anmerkung: Das Thema der Körperentleerung spielt unter Camingbedingungen natürlich eine große Rolle. Jeder Festivalbesucher wird das bestätigen können. Und für Eltern sind die selbstgesteuerten Entleerungsvorgänge ihrer Kinder gleichbedeutend mit erhöhter Lebensqualität. Daher hier nun ein paar Exkurse zu dem Thema.
  1. Henri geht seit Beginn der Reise selbstständig auf die Toilette ist damit tagsüber windelfrei. Dieser Meilenstein in seinem Leben hat tiefgreifende Änderungen nach sich gezogen. Einerseits hatten wir ihn vorher immer mit Belohnungen geködert, sodass er jetzt jedes Mal eine einfordert, wenn er eine Wurst gelegt hat. Andererseits lebt er die neu gewonnene Fähigkeit auch intensiv aus, weswegen mehrere Klogänge fürs große Geschäft am Tag zur Normalität geworden sind (Miriam oder auch Sandra/Larri wissen Bescheid). Dadurch ist auch unsere Bordtoilette in dauerhafter Benutzung, was mich gleich zu zum nächsten Exkurs bringt.
  2. Ich muss mich echt noch an die Bordtoilette gewöhnen. Bisher bestand ja nie die Notwendigkeit. In Neuseeland und mit Abstrichen in Australien gibt es überall kostenfreie und relativ gut gepflegte öffentliche Toiletten. Allein der Gedanke an eine Bordtoilette erschien dort absurd. Des Weiteren haben wir dort sehr oft relativ unbehelligt übernachten können, wodurch z.B. das kleine Geschäft meistens in die Natur ging (und es gibt nichts Schöneres als nachts beim Pinkeln den neuseeländischen Sternenhimmel zu beobachten). Das geht in Deutschland so leider nicht. Es gibt hier fast keine öffentlichen Toiletten und falls doch, sind diese kostenpflichtig und/oder Dreckslöcher. Neben das Auto pinkeln könnte zu Konflikten mit dem Nachbarn führen. Also bleibt nur die Bordtoilette.
    Und diese ist klein und eng! Selbst für mich 1,74-m-Knirps! Anne kommt damit besser klar, aber ich führe jedes Mal einen halben Affentanz auf, um die Hose runter- und wieder hochzuziehen. Außerdem empfinde ich die 1,5 cm Pressspanplatte Trennwand nur als suboptimalen Schutzwall zur Wahrung meiner Intimsphäre. Kacken ist nun mal Privatsache.
    Und schlussendlich hat die Benutzung der Toilette immer zur Folge, dass das Chemieklo ein bisschen voller läuft. Und irgendwann muss man das halt entleeren und säubern. Also schleppen wir am Ende doch wieder die Kacke von unserem Sohn weg. Grmpf!
Damit nun aber genug dazu. Ich will euch ja nicht quälen. :-)

Dienstag, 9. Mai 2017

Die Reise zum Mittelpunkt Deutschlands

So langsam aber sicher sind wir wieder im Reiserhythmus. Das ist mit den beiden Kurzen manchmal gar nicht so einfach. Die beste Reisezeit ist die Mittagsschlafzeit zwischen 12 und 14 Uhr. Immerhin haben wir es auf diese Weise schon bis nach Rheinland-Pfalz geschafft. Jahaa, die Ossis haben den Westen erobert!

Los ging dieser Abschnitt aber noch in Jena, wo wir Miriam und Stefan besucht hatten. Jena war für uns beide Neuland und so waren wir recht überrascht, wie bergig und steil die Stadt teilweise ist. Besonders der Aufstieg zu Miriams Haus stellte eine erste Herausforderung für unser Auto dar. Der weitere Aufstieg zu ihrem Garten war wiederum für Basti eine Herausforderung, da dieser den Kinderwagen hinaufschieben musste. Uff! Dafür wurden wir mit schönstem Frühlingssonnenschein (endlich!) und einer schönen Aussicht belohnt. An dieser Stelle ein herzliches Danke an Miri für die wundervolle Gastfreundlichkeit!

Wegweiser made by Stefan

Weiter ging es dann Richtung Westthüringen in die Gegend zwischen Eisenach und Mühlhausen. Historisch und kulturell soll die Gegend wohl einiges zu bieten haben, weil ein gewisser Martin Luther hier vor 500 Jahren mal lustwandelte. Aber uns gottesabtrünnige Berliner lässt das natürlich kalt. Vielmehr galt unser Interesse anderen Attraktionen. Wusstet ihr z.B., dass es mitten in Deutschland noch Urwald gibt? Nee? Seht ihr, wieder was gelernt. Dieser heißt Hainich und in dessen Nationalpark wurde netterweise ein Baumkronenpfad errichtet, womit wir den Wald aus über 40 Metern Höhe bequem erkunden konnten. Henri und Basti hatten dabei großen Spaß (Klara gönnte sich derweil ein Schläfchen in Papas Tragetuch), während Anne ob der Höhe ziemlich mulmig zumute war.



Ein weiterer Leckerbissen auf unser Reise war die Reise zum Mittelpunkt Deutschlands... naja, zugegeben: Der Punkt selbst ist keine wahnsinnig große Attraktion und je nachdem, welches Ermittlungsverfahren man anwendet, gibt es eben nicht nur einen eindeutigen Mittelpunkt (Mathematiker und Geografen hätten einen Heidenspaß dabei). Aber hey – wer von euch war denn schon mal dort? Eben!


Nachdem wir Thüringen Richtung Westen verlassen hatten (selbstverständlich hatten wir uns vorher in der Kaufhalle noch mit genügend Filinchen, Knusperflocken und Nudossi eingedeckt), schlugen wir eher per Zufall unser Lager in der zentralhessischen Stadt Alsfeld auf. Und was ist das für ein süßes kleines Städtchen. Das komplette Zentrum besteht nur aus mittelalterlicher Altstadt wie z.B. Fachwerkhäusern. Da sieht man als Berliner mal, wie ein Altstadt aussehen könnte, wenn nicht nationalsozialistischer Bauwahnsinn, Weltkrieg, sozialistischer Bauwahnsinn und Nachwendegentrifizierung dazwischen funken. Hübsch, hübsch!
 
You had one job to do (Part 1)

You had one job to do (Part 2)

Unser Endziel war die Weltstadt Trebur. Aufmerksamen Lesern ist natürlich nicht entgangen, dass das eben jenes Örtchen ist, wo wir damals nach unserer Heimkehr aus Australien anno 2011 unsere gute Freundin Larri besuchten. Und auch sechs Jahre später war das Wiedersehen wieder schön. Die Fahrt nach Trebur wurde noch mit einem Umweg über die hohe Taunusstraße garniert. Diese bietet grundsätzlich schöne Ausblicke, aber unser Auto kam ganz schön ins Schnaufen.


Larri wohnt inzwischen allerdings in Mainz (in Trebur haben wir nur das dicke Wohnmobil geparkt) und damit ist die Route bisher: Berlin – Brandenburg – Sachsen – Thüringen – Hessen – Rheinland-Pfalz. Mal sehen, wie es weitergeht.

Eure Klara+Henri (und Anhang).


Freitag, 5. Mai 2017

Moppelkopf ist zurück!

Liebe Freunde, es ist lange her, seitdem wir uns hier an dieser Stelle gelesen haben. Viel ist in der Zwischenzeit passiert. Unter anderem haben wir unsere kleine Familie erneut etwas vergrößert und freuen uns somit auf die nächste Elternzeitreise, von der wir euch hier sehr gerne berichten werden.



Aber vorab müssen wir Abbitte leisten, da wir bei der letzten Reise unserer Chronistenpflicht nicht vollständig nachkamen. Dem aufmerksamen Leser wird damals nicht entgangen sein, dass wir euch die letzten Wochen in Neuseeland und auf Tasmanien komplett unterschlagen hatten. Das war so nicht geplant, aber manchmal kommt man halt zu nüscht. Daher hier die super-ultra-kurze Zusammenfassung: War schau!



So, nun aber zurück ins hier und jetzt. Team Banne konnte auf dem Transfermarkt erfolgreich zuschlagen und zog sich Klara als Neuzugang an Land. Sie sorgt nun mit Henri für ordentlich Dampf im Sturm, während die beiden Oldies hinten die Abwehr zusammenhalten. Das Trainingslager findet dieses Mal jedoch nicht im weit entfernten Neuseeland statt. Hier gab es im Mannschaftsrat einige Diskussionen: Teamkäpt'n Anne war dafür, Kassenwart Basti war dagegen. Am Ende fand man eine Lösung, die dem Teambuildinggedanken gerecht wird, und daher geht es nun quer durch Europa mit der groben Richtung Südwest. Allerdings ohne festes Endziel: Wenn wir Wasser erreichen, müssen wir wohl umkehren. Ansonsten ist das Erreichen der bundesdeutschen Landesgrenze wohl das Minimalziel (Bayern ist doch schon Ausland, oder?).



Wer so eine große Truppe durch die Gegend kutschieren will, benötigt natürlich auch einen ansprechenden Mannschaftsbus. Nicht nur, dass alle Vier ordentlich sitzen müssen, es müssen vor allem genügend Schlafplätze für die Truppe vorhanden sein (und es gibt mindestens zwei männliche Mitspieler – keine Namen! –, die nachts im Bett ihren Freiraum regelrecht erkämpfen). Aber auch diese Herausforderung haben wir gemeistert und in Neustrelitz ein schnuckeliges Gefährt gefunden. Unser Nummernschild beginnt sogar stilecht mit „NZ“ (für Neustrelitz/aber eben auch für Neuseeland) – wenn das mal kein gutes Omen ist!



Unser Gefährt in vertrauter Umgebung


Trotz der unglaublichen Größe, die dieses Gefährt mitbringt (7 m Länge, 3,10 m Höhe, 2,40 m Breite), grenzt es doch an ein Wunder, dass wir all den Proviant darin sicher unterbringen konnten. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass die beiden Jungspunde bei weitem am meisten Stauraum in Anspruch nehmen. Das wird bei der nächsten Mannschaftssitzung sicherlich zur Sprache kommen. Dank einer logistischen Meisterleistung von Zeugwart Anne konnte sogar auch der geplante Abreisetermin am 30.04. um Punkt 12 gehalten werden! Hut ab!



Da wir noch relativ frisch zusammenspielen, standen die ersten Tage ganz im Zeichen der Teamfindung. Abläufe mussten trainiert (Wer hat wann Hunger? Wer muss wann schlafen?), das Positionsspiel erlernt (Wer schläft wo? Kinder unten oder oben?) und erste Wehwehchen (Schnupfen/Husten/entzündeter Puller/Holzbein) auskuriert werden. Insofern haben wir nicht so viel Strecke gemacht.



Der erste Stopp war in Senftenberg am nach dem Ort benannten See. Den Fußballnerds unter uns klingeln bei Senftenberg natürlich gleich die Ohren, spielt hier doch der ehemalige DDR-Oberligist FSV Glück Auf Brieske-Senftenberg (was für ein Name!). Aber auch sonst gibt es Spannendes in der Umgebung, der sogenannten „Lausitzer Seenlandschaft“, zu entdecken. Diese ist nämlich noch gar nicht richtig fertig und viele große Seen entstehen erst durch die Flutung von ehemaligen Braunkohleminen. Das heißt aber nicht, dass die Gegend mit dem Thema „Braunkohle“ durch ist. Hier wird immer noch sehr fleißig nach Kohle gebuddelt und gegraben sowie danach dieselbe zur Energiegewinnung verbrannt, wie wir südlich von Weißwasser beobachten konnten. Besonders das Kohlerraftwerk Boxberg sieht aus wie ein in die Landschaft gesetztes Ungeheuer. Mit dem Schlagwort „Energiewende“ sollte man trotzdem hier sehr vorsichtig sein.


Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf


Jeder Landschaftsgarten braucht das passende Panorama


Dazwischen sind aber einige landschaftliche Perlen verpackt. So versteckt sich z.B. im Kromlauer Park die wunderschöne Rackotzbrücke. Wasfürnkotz?! Ja, so ging es uns auch. Noch nie davon gehört. Aber dank diesem Internet bzw. Facebook sowie der dort als „Devil's Eye“ (Teufelsauge) beworbenen Brücke, lernt man auch diese Sehenswürdigkeit mal kennen. Unbedingt empfehlenswert!




Wo geht's denn hier nach Mordor?


Sehr empfehlenswert ist auch ein etwas schwer zu findender aber dafür umso mehr zu genießender Campingplatz in der Nähe von Chemnitz. Dort wird nämlich neben dem eigentlichen Platz auch noch eine Esswerkstatt aus Bio-Erzeugnissen betrieben. Und da wir schon mal da waren, ließen wir uns gleich lecker bekochen. Mjammi! Und ein Trampolin gab es auch!




Inzwischen sind wir in Jena bei Bastis Tante Miriam und Onkel Stefan gelandet. Eine hübsche Stadt mit steilen Straßen. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen.



Bis dahin – eure Herumtreiber.


Sonntag, 19. April 2015

Old MacHausen has a farm...

Im besten Falle ist das Schönste, was man von einer Reise mit nach Hause bringt, neue Freunde, die man dann bei weiteren Reisen besuchen kann. Und so war es für uns natürlich ein ganz besonderes Gefühl, nach dreieinhalb Jahren ins kleine Nest Havelock zurückzukehren und uns dort auf die Spuren unseres damaligen Aufenthalts zu begeben.

Aber das war gar nicht so einfach. Erst wollten wir Shanes Mutter Brenda (Shane gehörte das Hostel, in dem wir damals wohnten) auf dem Weg vom French Pass Richtung Havelock besuchen. Das Problem war, dass wir nicht genau wussten, wo auf der 60 km langen Strecke sie wohnte. Also haben wir uns einfach durchgefragt. Und tatsächlich konnte uns in einem Tante-Emma-Laden der Betreiber desselben mit ihrer Adresse weiterhelfen. Leider fanden wir das Haus verschlossen vor.

Also weiter nach Havelock, um unseren alten Kumpel Dener (ein gebürtiger Brasilianer, der schon seit mehreren Jahren in NZ lebt) aufzustöbern. Aber der war auch nicht da. Grmpf! Na gut, dann halt zu unserem alten Hostel, um die beiden Besitzer Asha und Shane sowie ihre drei Kinder zu besuchen. Die wohnen aber gar nicht mehr beim Hostel sondern ein paar Querstraßen weiter, wie uns die Backpackerin, die z.Zt. das Hostel leitet sagen konnte. Also halt nochmal dorthin. Aber auch hier war niemand anzutreffen. Es schien, als ob uns das Osterwochenende einen Strich durch unsere Wiedersehenspläne machen wollte.

Etwas geknickt nisteten wir uns daraufhin im Campingplatz von Havelock ein und beschlossen, den Tag mit Fish'n'Chips vom lokalen Takeway-Laden zu beenden. Tja, und wie der Zufall es so wollte, traf Basti dann genau in diesem Takeway auf die zuvor gesuchte Familie. Da war die Überraschung natürlich groß, aber auch die Wiedersehensfreude. Der "kleine" Jack (immerhin inzwischen schon sechs Jahre alt) konnte sich sogar noch an uns erinnern. Und so wurde es dann noch ein schöner Nachmittag.

Wir verabredeten uns noch für den folgenden Morgen und konnten – Internet sei Dank – auch noch Dener aufspüren und uns ebenfall mit ihm für den Folgetag verabreden. So wurde es dann doch noch eine kleine Reise in die Vergangenheit. Zudem konnten wir noch eine kleine persönliche Tradition fortsetzen und Katjas Schuhe, die sie nicht mehr mit nach Hause nehmen wollte, am selben Zaun aufhängen, wo auch schon seit damals Anne damalige Latschen rumbaumeln.

Und damit war das Kapitel Südinsel auch schon fast wieder beendet. Die Nacht verbrachten wir in Picton in der Nähe des Fährhafens und konnten dank klarem Himmels auch noch ein kleines Naturspektakel beobachten, nämlich eine sogenannte totale Mondfinsternis. Bei dieser liegt der Vollmond vollständig im Schatten der Erde und leuchtet aufgrund der Lichtbrechung rot, weswegen das im Englischen auf "red moon" oder im Deutschen "Blutmond" heißt. Dafür sind wir alten Hobby-Astronomen sogar mitten in der Nacht um 1:30 Uhr aufgestanden.

Und schwups waren wir wieder im Norden. Hier wollte Basti nochmal einen Abstecher zum Lake Waikaremoana machen, weil wir diesem bei unserem ersten Besuch leider viel zu wenig Zeit gewidmet hatten. Aber ach, das Wetter... nachdem wir auf der Südinsel fast schon wieder sommerliche Temperaturen hatten, gab es dann im Norden Herbst satt. So schön mit Regen, Wind und niedrigen Temperaturen. Bäh! Das war natürlich nicht so dolle. Zwar konnten noch ein bisschen die schöne Natur am Lake Waikaremoana genießen, entschlossen uns dann aber am nächsten Tag doch zur Abfahrt.

Und hier mal ein kleiner Tipp für all jene Autofahrer, die ihre Nerven und ihr Auto mal richtig schön einsauen wollen: Einfach den State Highway 38 vom Lake Waikaremoana Richtung Roturua bei Regenwetter entlang fahren. Die 105 km Schotterpiste lassen sich bei durchschnittlich 40 Stundenkilometern sehr ausführlich genießen, die Aussicht ist gerade zu fantastisch (Regenwald links und rechts bzw. Nebel direkt vor der Nase), die Streckenführung optimal (180°-Kurven ohne Ende) und nur geringfügiger Gegenverkehr (riesige Laster) auf ausladenden Straßen (ca. 2 Meter). Danach sah unser Van aus wie nach einer Rallye und Basti wollte partout kein Lenkrad mehr anfassen.

Daher nutzten wir die natürlichen heißen Quellen in der nähe von Roturua, um uns mal ein bisschen Spa-Feeling zu gönnen. Wenn es von oben regnet, ist ein 39 °C warmer Pool genau das richtige. Auch Henri gefiel das sichtlich. (Nicole/Judith und Annes Eltern müssten die Pools auch noch von ihren Besuchen kennen.)

Und danach hatten wir vom Autofahren erst einmal die Nase voll und nisteten uns bei unserem Kumpel Matt und seiner Freundin Emma auf der Kuhfarm ein, wo wir noch immer sind. Das Timing war perfekt, denn genau an dem Tag regnete es eimerweise. Brrr! Da wärmt man sich doch lieber drinnen ein bisschen am Feuer. Und als das Wetter besser wurde, konnten wir mit Matt ein bisschen die Farm erkunden, die Kälber füttern, die Kühe melken, Tontauben und/oder richtige Vögel schießen... was man halt auf einer Farm so machen kann. Matt nahm Basti sogar mit auf die Jagd und die beiden kamen erfolgreich mit Bambi zurück aus dem Wald. Hmm... lecker!

Emma war in der Zwischenzeit vollkommen von Henri verzaubert und er wird ihr bestimmt sehr fehlen. Wenigstens konnte sie ihm sein erstes englisches Wort beibringen: "Tickle" (auf deutsch: kitzeln). Wir werden die beiden auch dolle vermissen, denn die Zeit hier war wieder einmal wunderbar und viel zu schnell vorbei.

Morgen treten wir langsam unsere Heimreise an, verbringen noch zwei Tage in Auckland und dann geht es auch schon ab nach Tasmanien. Von dort werdet ihr wieder von uns hören bzw. lesen.

PS: Das Internet ist grad zickig, weswegen das Hochladen der Fotos nicht richtig klappt. Daher gibt es erstmal nur eins:


Freitag, 3. April 2015

Die Tage am Meer

Och nö, schon April? Wer hat denn da an der Uhr gedreht? Aber noch haben wir ja ein paar Tage in "Enzed", die wir natürlich nutzen. Zuletzt hatten wir euch aus Murchison geschrieben. Kurz darauf starteten wir unsere Tour hoch zur nördlichen Spitze der Südinsel. Das war ein ganz schöner Ritt, denn dazwischen liegen einige hügelige Abschnitte, die serpentinenartig bewzungen werden mussten.

Aber dafür hatten wir mal wieder Unterhaltung der anderen Art auf dem Weg. In einem kleinen Nest auf der Strecke hatten wir kurz Rast gemacht, um Henri zu füttern und einen weiteren Cache zu finden. Und auf einmal knattert es ganz gewaltig und eine riesige Gruppe an Motorradfahrern macht sich auf dem Parkplatz gegenüber breit. Kurz darauf wimmelte es dann auch nur so von Polizeiautos. Und wir mittendrin – oh, oh... Wir traten dann lieber schnell die Flucht an – kein Bock auf "Colateral damage". :-)

Komischerweise folgte uns dann aber die nächsten 20 Kilometer bis Motueka ein Polizeiauto. Ob die gesehen hatten, dass Anne heimlich Handyfotos geknipst hat? Naja, jedenfalls ging es dann weiter durch Motueka (inklusive Stop an der "European Bakery", um uns mit ordentlichem Brot einzudecken), die Schlängelpiste rüber über den Takaka Hill, der komplett in Wolken lag (weswegen wir eine zeitlang mit Sichtweiten unter 10 Metern voranschleichen mussten), bis wir schließlich nach erschöpfenden Stunden am Steuer in Collingwood ankamen.

Collingwood ist ein kleines Örtchen im Norden der Golden Bay mit ca. 150 Einwohnern. Heutzutage liegt es ein bisschen abseits vom Schuss und es kommen hauptsächlich Touris vorbei, die von dort eine der Farewell-Spit-Touren starten (so wie wir). Früher steppte hier aber mächtig der Bär, als Gold und andere Mineralien in der Gegend abgebaut wurden und tausende an Schürfern ihr Glück suchten. Kurzzeitg kam Collingwood sogar als Hauptstadt Neuseelands in Frage. Leider brannte die Stadt aber gleich dreimal zwischen 1900 und heute komplett nieder – also besser keine glimmende Kippe dort durch die Gegend schnipsen.

Normalerweise scheint dort oben sehr, sehr oft die Sonne. Nur als wir ankamen, muss Klärchen wohl einen Behördentag eingelegt haben, weil alle Berge drumherum komplett in Wolken hingen (tatsächlich haben wir erst am nächsten Tag realisiert, dass da überhaupt Berge sind) und ein paar Sturzbäche herunterregneten. Vom Wetter und der Fahrt zermürbt sowie mit einem etwas verrotztem Baby entschließen wir uns daher für etwas Luxus und mieteten uns für drei Nächte in ein Motel ein. Vier Wände! Ein Dach!! Ein Bett!!! Ein Fernseher!!!! Boah, Reizüberflutung!

Und wir trafen die richtige Entscheidung. Der freie Tag half bei der Regeneration und Henri freute sich über einen Tobetag auf der Decke. Außerdem wurden wir am Folgetag mit Kaiserwetter belohnt und konnten so auch endlich die Farewell-Spit-Tour starten. Der Farewell Spit ist eine ca. 25 Kilonmeter lange aber nur ein bis zwei Kilometer breite Landzunge, die vorrangig aus Sandstrand besteht. Trotz dieser Tatsache sind hier viele Tiere zuhause, u.a. eine Vogelart, die nonstop jedes Jahr von Alaska nach Neuseeland fliegt (also mal locker über 10.000 Kilometer). Der stetige Wind sorgt dafür, dass der Sand ständig wandert und die Landschaft täglich anders aussieht. Sehr beeindruckend.

Ausreichend gestärkt ging es wieder zurück über den Takaka Hill (diesmal wolkenfrei), Motueka (inklusive frischem Brot), Nelson (alte Erinnerungen an unsere Mädels Larri und Selli wurden wach, aber der berühmte Freedom Camping Platz wurde inzwischen leider geschlossen) Richtung Osten, denn wir müssen ja bald mal wieder rüber auf die Nordinsel. Aber vorher mussten wir noch einmal zum French Pass.

Der French Pass bezeichnet eine Meerenge in den Marlborough Sounds zwischen dem Festland und D'Urville Island. Die Namen implizieren schon, dass es sich hier ebenfalls um Relikte des damaligen französischen Forschungs- und Kolionaldrangs handelt. Und wie schon bei der Banks Peninsula hatten die Franzosen ein Näschen für wunderschöne Landschaften. Bereits der 60 km weite Weg zum Campground ist die Reise wert. Es geht hoch, runter, links, rechts über enge Straßen bzw. Schotterpisten und teilweise neben dem Auto gleich steil in die Tiefe (natürlich OHNE Leitplanke) – aber die Aussicht ist es einfach wert.

Und am Ende des Weges wartete eine kleine Kolonie zahmer Stachelrochen auf uns, die tagein und tagaus den Strand hinunterpatrollieren. Dazu ein Standplatz direkt am Strand, Sonne und blauer Himmel tagsüber, Vollmond und Sterne nachts und die Idylle ist perfekt. Umso schwerer viel uns heute morgen der Abschied von diesem kleinen Paradies, um Richtung Havelock aufzubrechen, wo wir derzeit übernachten.

Bald geht's wieder hoch in den Norden.
Bis dahin
Bannri.


Summer time!

Spiegeleffekt in Collingwood

"Entschuldigung, wo geht's hier zum Wasser?"

Leuchtturm am Farewell Spit - extra auf Stelzen wegen des vielen Windes

Das passiert, wenn Wale keine Richtungsschilder lesen können...

Unser Tour-Bus inmitten der Dünen

Cape Farewell

"Bitte beim Baden nicht auf die Rochen treten! Danke."

Sonnenaufgang am French Pass

Kuckuck!

Dunkel war's, der Mond schien helle...

Isse nicht schön... die Aussicht. :-)